Wie bereits im letzten Eintrag auf diesem Blog angekündigt haben Erica und ich uns vom 25. November bis zum 5. Dezember im südlichen Florida und in der Karibik herumgetrieben. Für Erica war es bereits die dritte Kreuzfahrt, allerdings die erste in der Karibik aber für mich war es die erste. Es wird aber sicher nicht das letzte Mal sein. Wir haben bereits eine Anzahlung für die nächste Fahrt geleistet, die uns eventuell schon im Sommer 2011 nach Alaska führen könnte, sofern ich genug Urlaub zusammenkratzen kann.
Am 24. November ging es für uns zum Flughafen für einen Flug von Salt Lake City über Atlanta nach Fort Lauderdale. Damit waren wir dann schon Morgens am Donnerstag, dem 25. November in Fort Lauderdale. Nachdem wir unseren Mietwagen (einen Toyota Prius) abgeholt haben, konnten wir bereits früh in unser Hotel einchecken. Von dort aus haben wir dann die Umgebung von Fort Lauderdale sowie, nur etwas weiter südlich von dort gelegen, Miami und Miami Beach erkundet. Sowohl Miami als auch Miami Beach zeichnen sich durch endlose Reihen Hochhäuser mit Miet- und Eigentumswohnungen aus.
Am 26. November waren wir schon gegen 6:30 auf, um bis Mittag Key West, die südlichste Spitze der Florida Keys, zu erreichen. Die Florida Keys sind eine Reihe von Inseln, die vom Festland aus mit endlos scheinenden Brücken verbunden sind. Überall auf diesen Inseln laufen wilde Hühner durch die Gegend. Etwas eigenartig, wie locker die örtliche Bevölkerung damit umgegangen ist. Eigentlich wollten wir an dem Tag langsam von Insel zu Insel zurück zum Festland fahren, doch wir haben viele Stunden auf Key West verbracht und sind danach wieder zurück nach Fort Lauderdale gefahren.
Für den 27. November haben wir uns das sogenannte "Coral Castle" für einen Ausflug ausgesucht. Ein Einwanderer aus Litauen hat über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren von Hand eine Burg aus versteinerten Korallen gebaut. Mit Hilfe von Flaschenzügen und selbstgebauten Werkzeugen hat der sehr schmächtige Edward Leedskalnin im Schutze der Nacht an dieser Burg gearbeitet, die er dann Besuchern am Tage gezeigt hat.
Am 28. November sind wir gegen Mittag auf unser Schiff, die Ruby Princess, gegangen. An diesem Tag sind mindestens fünf Kreuzfahrtschiffe von Fort Lauderdale ausgelaufen und eine riesige Anzahl von Leuten laufen kreuz und quer durch den Hafen. Dank der Sicherheitsvorkehrungen, die man ja auch schon von den Flughäfen kennt, dauert es etwa 1 1/2 Stunden, bis man aufs Schiff kommt. Noch während wir im Hafen waren, haben Erica und ich das Schiff erkundet. Die Ruby Princess ist für mehr als 3000 Passagiere gebaut, ist also eines der größeren Schiffe. Unser Zimmer hatte ein Fenster, doch der Ausblick wurde von einem Rettungsboot verdeckt. Erica wollte Tageslicht sehen, aber nicht den Horizont. Das Schiff wurde 2006 in Italien gebaut aber die Rettungsboote kommen von der Firma Fassmer aus Berne in Norddeutschland, also konnte ja schon mal garnichts falsch gehen.
Am 29. November hatten wir schon morgens Princess Cays an der Südspitze von Eleuthera in den Bahamas erreicht. Dort haben wir dann ein paar Stunden am Strand verbracht. Das Wasser war sehr sauber und klar. Der Strand war wunderbar. Wir hatten noch Tage später Sand in unseren Schwimmsachen.
Den 30. November waren wir den ganzen Tag auf dem Schiff, doch dank der ganzen Unterhaltung, die uns angeboten wurde, kam keine Langeweile auf. Das Schiff hatte ein komplettes Theater mit mehr als 800 Sitzplätzen. Dort gab es Musical-Veranstaltungen, einen Zauberer und Komiker.
Am 1. Dezember erreichten wir Sint Maarten, eine Insel geteilt in den niederländischen Süden und französischen Norden. Für Sint Maarten hatten wir schon im Voraus eine Inselrundfahrt gebucht. Per Bus haben wir dann die Insel erkundet. Die Insel hat einen kleinen aber liebevoll eingerichteten Zoo. Die einzigen Besucher dieses Zoos scheinen die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe zu sein. Es war also auch Teil unserer Rundfahrt.
Mein Geburtstag, den 2. Dezember, haben wir auf St. Thomas verbracht. St. Thomas ist Teil der US Virgin Islands. Sowohl für Erica als auch für mich war St. Thomas das Highlight der Kreuzfahrt. Wie auch auf Sint Maarten haben wir im Voraus eine Inselrundfahrt gebucht. St. Thomas ist sehr hügelig und die engen Straßen hoch über der Stadt waren für unseren Fahrer Gomez als auch für uns eine nervliche Herausforderung. Teil dieser Rundfahrt war ein botanischer Garten sowie eine Gondelfahrt zu einer der Bergspitzen, von wo aus wir einen sehr schönen Blick auf die Stadt und Bucht hatten.
Am 3. Dezember waren wir auf Grand Turk Island. Ganz anders als Sint Maarten und St. Thomas ist Grand Turk fast komplett flach. Die Insel ist auch sehr trocken und damit sehr niedrige Vegetation. Grand Turk war einmal sehr wichtig für Salzproduktion, doch das wird dort jetzt nicht mehr gemacht. In Grand Turk haben wir eine weitere Rundfahrt gebucht und wir haben neben dem Leuchtturm an der Nordspitze der Insel und einer ehemaligen Festung, von der wirklich so gut wie garnichts mehr übrig ist auch den Müllplatz, das Krankenhaus und einzige Restaurant auf der Insel sehen können.
Der 4. Dezember war wieder ein Tag auf dem Wasser. Der Chefkoch und Oberkellner des Schiffs haben an diesem Morgen eine Kochvorführung zum Besten gegeben. Das war wirklich super und die beiden waren sehr witzig zusammen. Teil dieser Vorführung war ein Rundgang durch eine der Großküchen des Schiffs. Etwas später gab es für uns noch einen Rundgang durch das Theater und die Umkleideräume dahinter.
Am 5. Dezember waren wir schon Morgens wieder in Fort Lauderdale und konnten gegen etwa 10 Uhr das Schiff verlassen. Am Flughafen mussten wir dann bis etwa 14 warten, um unser Gepäck einzuchecken. Unser Flug sollte gegen etwa 16:10 abfliegen. Kurz vor der angekündigten Boarding-Zeit wurde dann durchgegeben, daß das Flugzeug, das wir nach Atlanta nehmen sollten, noch nicht einmal Atlanta auf dem Weg nach Fort Lauderdale verlassen hatte, weil es wohl technische Probleme gab. Wir sind mit etwa 2 1/2 Stunden Verspätung dann von Fort Lauderdale nach Atlanta geflogen und mußten dort dann zum Flug nach Salt Lake City hetzen. Es hat aber alles gut geklappt und sogar unser Gepäck hat es gut geschafft.
Im Gegensatz zu Restaurants üblich wird man auf einem Kreuzfahrtschiff oft mit anderen Passagieren zusammengesetzt. Das ist oft sehr interessant und führt zu vielen Gesprächen. Bei unserem ersten Frühstück setzte sich ein älterer Herr zu uns und nach Austausch der üblichen Begrüßung und Vorstellung kam dann die Frage, von wo wir kommen. Ich habe John Landsberg, unserem Tischpartner gesagt, daß wir aus Utah kommen, ich aber ursprünglich aus Deutschland bin. John hat mich dann auf Deutsch gefagt, von wo aus Deutschland ich bin. Ich wollte ihm grade erklären, wo in Deutschland das kleine Oldenburg liegt, doch er hat mir gleich gesagt, daß er auch aus Oldenburg ist. Er konnte als Jude zusammen mit seiner Schwester vor 72 Jahren mit dem sogenannten Kindertransport vor der Verfolgung der Nazis nach England fliehen. Nach zehn Jahren in England ging er dann in die USA und hat dort dann in New York gelebt und gearbeitet und ist nun Rentner in Florida. Wir haben uns nicht nur an diesem Morgen, sondern danach noch fast jeden weiteren Morgen getroffen und uns über Oldenburg und die Umgebung unterhalten. Wieder zuhause habe ich im Internet dann folgendes über seine Familie gefunden:http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=5412


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